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Partnerschaften der Stadt Siegburg

Nogent-sur-Marne

Die Partnerschaft mit Nogent-sur-Marne besteht schon seit mehr als vier Jahrzehnten. 1964 wurden in Siegburg und Nogent-sur-Marne die Partnerschaftsverträge unterzeichnet. Die Stadt liegt ca. 10 km östlich von Paris im Departement de Val de Marne und zählt rund 28.000 Einwohner.
Eine besondere Sehenswürdigkeit vor den Toren von Paris ist der „Pavillon Baltard“, die letzte der alten Pariser Markthallen, die Victor Baltard auf Geheiß von Napoleon III. 1850 entwarf. Im Zuge des Abrisses der unzureichend gewordenen Markthallen wurde eines
dieser ehemaligen Wahrzeichen von Paris der Stadt Nogent zur Verfügung gestellt. Seit 1976 dient der Pavillon Baltard als Veranstaltungszentrum auf 2700 qm – davon 700 qm Galerie.
Die Stadt Siegburg hat hier bereits an unzähligen Festivitäten und Veranstaltungen teilgenommen. Darüber hinaus lebt die Partnerschaft von einem regen Austausch auf schulischer, sportlicher und kultureller Ebene.
Guarda

Siegburg war im Jahre 1985 die erste bundesdeutsche Stadt, die eine Partnerschaft mit einer portugiesischen Stadt einging.
Guarda, die Hauptstadt des Bezirkes Beira Alta im Hochland der Serra da Estrela, ist 54 km von der spanischen Grenze entfernt und gilt somit als „Tor Portugals“. Die höchstgelegene Stadt (1056 m über NN) Portugal zählt 
etwa 44.000 Einwohner. Sie galt im Mittelalter als eine der wichtigsten Grenzfestungen der Region. Über Guarda sagt ein oft zitiertes portugiesisches Sprichwort, dass es fria (kalt), feia (hässlich), farta (üppig) und forte (stark) sei. Kalt wird es hier im Winter, und wehrhaft erscheint die Stadt noch heute, nur hässlich
kann man sie auf keinen Fall nennen mit ihrer pittoresken Altstadt, den stillen Plätzen, ihren vielen kleinen Barockkirchen und wappengeschmückten Stadtpalästen sowie mittelalterlichen Häusern mit schönen Balkonen und Fenstern und vor allem mit der die Stadt überragenden gotischen Kathedrale.
Neben verschiedenen gemeinsamen kulturellen Projekten pflegen insbesondere die Feuerwehren beider Städte regelmäßige Kontakte.
Bunzlau/Boleslawiec

In den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland war es üblich, dass Städte, Gemeinden, Kreise und Länder Patenschaften für die Menschen übernahmen, die durch Flucht und Vertreibung ihre Heimat verloren hatten.1953 erklärten sich der Siegkreis und die Kreisstadt Siegburg zu Paten über Kreis und Stadt Bunzlau, um den in alle Welt verstreuten Bunzlauern die Möglichkeit eines jährlichen Wiedersehens und der Sammlung geretteter heimatlicher Kulturgüter zu geben. Seitdem hat die Bundesheimatgruppe Bunzlau ihren Sitz in Siegburg, wo sie bis heute eine „Heimatstube“ unterhält.
Wie auch in Siegburg haben Töpferei und Keramik in Bunzlau eine lange Tradition. Die Stadt wird seit 600 Jahren „die Stadt des guten Tons“ genannt: Dieser ist in der Umgebung reichlich vorhanden und so robust, dass er sich auch für hohe Brenntemperaturen eignet: die Gefäße sind hart und feuerfest. Erst wurde „Bunzlauer Braungeschirr“ hergestellt, später sattelte man auf die dekorative Buntglasur um. Heutiges Markenzeichen sind blaue Grundierungen mit einem vielfach variierten Muster von Pfauenaugen.
Nachdem in den 70er Jahren erstmals angeregt wurde, auch eine Partnerschaft mit dem heutigen Boleslawiec einzugehen, scheiterte dies zunächst noch an den Gegensätzen der politischen Systeme in Deutschland und Polen. Nach der Wende stand einer Partnerschaft nichts mehr im Wege: Seit 1992 sind Siegburg und Boleslawiec offizielle Partnerstädte. Die rund 41.000 Einwohner zählende Stadt liegt im Westen Polens und hat sich in den letzten Jahren mit dem Marklatz mit vielen mittelalterlichen Bürgerhäusern und dem Rennaissance-Rathaus zu einer sehr sehenswerten Stadt entwickelt.
Eine feste Institution ist der Austausch von Schulgruppen, sowie gemeinsame Aktivitäten auf kulturellem Gebiet. Zum jährlichen Keramikmarkt in Siegburg Anfang Juli kommen Töpfermeister aus der Partnerstadt, um die weltberühmte Bunzlauer Keramik zu präsentieren.
Ein reger Austausch bestand von Anfang an im Bereich der beiden Kommunalverwaltungen. Regelmäßig besuchen sich kleine Gruppen aus den verschiedenen Bereichen der Verwaltung, um die Organisationsstrukturen in der Partnerstadt kennen zu lernen.
Die Heimatgruppe Bunzlau pflegt eine Vielzahl von Kontakten und führt gemeinsame Aktivitäten durch.
Selçuk

Partnerschaftliche Kontakte zu der türkischen Stadt knüpfte das Siegburger Anno Gymnasium
mit Selcuk bereits 1984. Auf Initiative des Deutsch-Türkischen-Freundschaftsvereins wurden 1993 die bestehenden Beziehungen durch eine Städtepartnerschaft gefestigt. Ein Jahr später wurde die Partnerschaft feierlich auf dem Siegburger Marktplatz unterzeichnet.
Die südägäische Stadt Selcuk liegt nur 3 km entfernt von der weltberühmten antiken Stadt Ephesus im Westen der kleinasiatischen Küste. Von seiner Zerstörung im 15. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert war Selcuk ein kleines Dorf. Erst der Bau der
Eisenbahn und das Interesse an der Antike erweckten es zum Leben. Heute ist die 26.000 Einwohnerstadt ein freundliches Landstädtchen, gekrönt von eine byzantinischen Zitadelle. Der Ort ist ein angenehmer Stützpunkt für nichtorganisierte Ephesusbesucher. Auch der Pamucak- Strand in der Nähe leistet seinen Teil eine beliebte Touristenstadt zu sein.
Den Schwerpunkt der gemeinsamen Beziehungen bilden die regelmäßigen Schülerbegegnungen, aber auch der Austausch im kulturellen Bereich.
Orestiada
Orestiada ist eine Kreisstadt mit 20.000 Einwohnern in der ostgriechischen Landschaft Thrakien, nur wenige Kilometer entfernt von den Grenzen zur Türkei und nach Bulgarien. Die landwirtschaftlich geprägte Stadt in der Gegend des Evros-Deltas ist erst in den 20er Jahren von den aus der heute türkischen Stadt Edirne vertriebenen Griechen gegründet worden. Das Evros-Delta gilt als eines der größten und wegen der Vielzahl der hier lebenden Vogelarten (insgesamt 314) bedeutendsten Brut-, Überwinterung- und Rast-Biotope Europas und ist seit 2002 offiziell anerkanntes Naturschutzgebiet.
Aus der Region um Orestiada stammt ein großer Teil der in Siegburg lebenden Griechen, die in Siegburg nach
den Türken die zweitgrößte ausländische Bevölkerungsgruppe darstellen. Daher lag es nahe, neben der Partnerschaft mit Selcuk auch mit der griechischen Stadt Orestiada eine Partnerschaft einzugehen. So wurden am 30. April 1994 sowohl die Partnerschaft mit Selcuk als auch mit Orestiada feierlich auf dem Siegburger Marktplatz unterzeichnet.
Der Schwerpunkt der gemeinsamen Beziehungen liegt im Bereich der Schüler- und Sportlerbegegnungen.